80.000 Fahrzeuge überqueren Tag für Tag die Rheinbrücke zwischen Wörth in der Pfalz und dem badischen Karlsruhe. Für 30.000 Fahrzeuge ist diese konzipiert worden, ein Verkehrsinfarkt an der Tagesordnung. Im Streit um den Ausbau der bestehenden Brücke oder die Ergänzung um eine zweite Rheinüberquerung sind die Fronten der einzelnen Parteien verhärtet, eine Lösung vorerst nicht in Sicht. Das Karlsruher Startup-Unternehmen PocketTaxi scheint mit seiner Initiative „smart unterwegs“ nun eine Übergangslösung gefunden zu haben.
Schon lange ist das Verkehrsproblem an der bestehenden Rheinbrücke bei Wörth im Fokus der Öffentlichkeit. Mit rund 80.000 Fahrzeugen pro Tag stellt sie eine der Haupteinfallsrouten nach Karlsruhe dar. Tag für Tag sorgen Staus aufgrund von Wartungsarbeiten oder schlicht und einfach aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens für Verärgerung unter den Pendlern. Weitere Großprojekte wie der Bau der Karlsruher Kombilösung und der Ausbau der A8 zwischen Karlsbad und Pforzheim West sowie des Dreiecks Karlsruhe verschärfen die angespannte Verkehrslage in und um Karlsruhe. Eine Lösung scheint derzeit nicht in Sicht, gerade im Fall der umstrittenen Rheinbrücke sind die Fronten von Befürwortern und Gegnern des Projekts verhärteter denn je.
Wie gut wäre es da, wenn man einfach den Verkehr an sich reduzieren könnte. Dies zumindest ist die Idee des Karlsruher Startup-Unternehmens PocketTaxi. Mit ihrem System der spontanen und adressgenauen Fahrtenvermittlung wollen sie die Pendler dazu bewegen, ihren Weg von und zur Arbeit gemeinsam zurückzulegen.
Die Stadt Karlsruhe und mehrere mitarbeiterstarke Unternehmen sind von der eigentlich nahe liegenden Idee begeistert und unterstützen das Vorhaben. Auch das Institut für Verkehrswesen des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), aus dessen Umfeld das junge Unternehmen entstand, ist von dem Lösungsansatz überzeugt. „Bisher scheiterte das gemeinsame Zurücklegen des Arbeitsweges vor allem an fehlenden Absprachemöglichkeiten und mangelnder Spontanität der bestehenden Systeme“, so Stefan Ostwald, Geschäftsführer von PocketTaxi. Diese Hürden jedoch scheint das Unternehmen mit seiner neuen Plattform gemeistert zu haben.
Zurzeit ist PocketTaxi noch auf der Suche nach Multiplikatoren in Form von Großunternehmen, die dabei helfen sollen, ihre eigenen Pendler zu mobilisieren. Erste Gespräche verlaufen sehr erfolgsversprechend, unter anderem auch deshalb, weil das Startup seine Plattform im Rahmen der Initiative „smart unterwegs“ kostenlos zur Verfügung stellt. Unternehmensübergreifend und flächendeckend sollen so ab dem 1.März 2012 in der Region möglichst viele Pendler den Service nutzen. PocketTaxi selbst erhofft sich durch die Initiative zahlreiche Referenzen und einen erfolgreichen Markteintritt. Auch auf andere Regionen, so Ostwald, lässt sich das Konzept beliebig erweitern. Weitere Interessenten gibt es zumindest bereits.
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